Happy Birthday Keep Me Posted – 1 Jahr selbständig

Heute ist offiziell der Tag, an dem ich seit einem Jahr selbständig bin. So ganz glauben kann ich es noch immer nicht. Denn alles ging so schnell und musste auch schnell gehen.

Gründen innerhalb von 5 Tagen

Alles fing damit an, dass ich nach dem Ausstieg aus dem letzten Job ewig keinen persönlichen Termin beim Arbeitsamt bekam. Zwei Mal wurde der Termin verschoben oder abgesagt. Am 03.11.2014 war es endlich soweit – und oh je, am Samstag in der gleichen Woche (08.11.) sollte schon die Frist für den Gründerzuschuss ablaufen? Leichte Panik machte sich breit und keiner konnte sich so recht erklären, warum die Frist schon so nah war, denn ich war erst seit Ende Juli arbeitslos.

Gott sei Dank hatte ich im GründerinnenZentrum in der Dortmunder Nordstadt schon eine Beratung hinter mir und die nötigen Unterlagen zu Hause. Also stürzte ich mich in die Gründung in 5 Tagen. Am ersten Tag schrieb ich meinen Businessplan nach der Vorlage, die mir vom GründerinnenZentrum zur Verfügung gestellt wurde, am nächsten Tag meldete ich mich beim Finanzamt als hauptberuflich selbständig und forderte eine Bestätigung für das Arbeitsamt an, am dritten Tag setzte ich mich an die Zahlen, am vierten Tag hatte ich einen sehr spontanen Termin bei der Dortmunder Wirtschaftsförderung. Dort wurden meine Zahlen schon mal grob überprüft und ich bekam tolle Hinweise. Eine Tragfähigkeitsbescheinigung konnte ich aber erst am darauf folgenden Dienstag erhalten. PANIK! Doch das Arbeitsamt beruhigte mich – der Antrag inkl. dem Eintrittsdatum in die Selbständigkeit (also der 6.11.) waren erstmal genug. Am Freitag also den vorläufigen Antrag eingereicht und dann die Tragfähigkeitsbescheinigung am Dienstag in der Wirtschaftsförderung erhalten und nachgereicht.

Dann ging das Warten los. Doch die Mitarbeiterin des Arbeitsamts war positiv gestimmt und letztendlich hat sie Recht behalten. Ich bekam den Gründerzuschuss für sechs Monate bewilligt. Das half wirklich viel! Denn vor allem die Krankenkassenbeiträge stellen Neugründer vor eine Herausforderung – denn schließlich sind die nicht gerade gering und es ist halt kein Arbeitgeber mehr da, der Sozialbeiträge etc. übernimmt.

Was hat sich verändert?

Das Gründen war schon ein wenig Stress, dennoch bin ich froh über die Freiheit, die ich jetzt in meinem Leben habe. Ich bin selbstbestimmt im Arbeiten und wie ich meine Zeit einteile. Für mein Reiseblog snoopsmaus.de bin ich auch flexibler, wenn es um Recherche- und Pressereisen geht. Dennoch fällt es mir auch immer noch oft schwer, mich zu motivieren und vor allem Akquise zu betreiben. Aufträge kommen leider nicht von alleine, so sehr man auch vielleicht vernetzt ist.

Immerhin habe ich ein kleines Büro im GründerinnenZentrum, in dem ich in Ruhe arbeiten kann. Dennoch klebe ich ab und zu doch am Laptop vor der Couch oder erledige vormittags lieber Dinge im Haushalt und arbeite dann lieber ab mittags bis dafür aber spät abends im Büro. Meist bin ich die letzte in unserer Bürogemeinschaft und mache das Licht aus. Doch genau das ist mein selbstbestimmtes Leben. In meinem Büro fragt keiner, warum ich nicht 10 min eher da war. Auch gibt es keine nervigen Mitarbeiter, die meine Konzentration mit ihrem Gehämmer auf der Tastatur stören. Ich kann kommen und gehen, wann ich will und so viel Kaffee trinken und mit anderen Mitmieterinnen quatschen, wie ich lustig bin. Mein Leben ist entspannter geworden, ruhiger und ausgeglichener.

Klar, Deadlines für Workshopfolien oder Beiträge gibt es immer noch, aber es fühlt sich wesentlich selbstbestimmter an, was ich jetzt tue.

Selbständigkeit – Alles Gold, was glänzt?

Nein. Dieser Monat zum Beispiel ist sehr hart für mich. Im Oktober war ich im Urlaub und Rechnungen von Anfang Oktober sind leider noch nicht alle bezahlt worden. Ein leidiges Thema. Für mich bedeutet das aber: kaum Geld für November auf dem Konto. Ich trete bei vielen Dingen kürzer und spare, wo ich nur kann. Blöd, wenn dann die Nachricht die Runde macht, dass die Mieten im GründerinnenZentrum um bis zu 60% in den folgenden Jahre steigen sollen.

Auch hatte ich oben schon erwähnt, dass ich in Akquise eine Null bin. In Dortmund fällt mir das auch zusätzlich schwer, weil ich hier noch nicht so angekommen bin, wie ich es in Hamburg war. Viele Leute kenne ich hier noch nicht und auch Firmen für die Ansprache in Dortmund oder überhaupt dem Ruhrgebiet fallen mir auch nicht spontan ein. Alles keine Entschuldigungen und keine Gründe, keine Kunden zu akquirieren. Aber es ist hinderlich. Mein Vorsatz für das kommende zweite Jahr der Selbständigkeit lautet daher: Keep Me Posted und mich besser zu positionieren, mehr zu bloggen, mehr nach außen hin in Erscheinung zu treten und wirklich gezielt Kunden anzusprechen, für die ich arbeiten möchte.

Hey, es muss übrigens auch nicht Dortmund oder das Ruhrgebiet sein. Für Projekte stehe ich auch bis zu 4 Tage die Woche gerne auch an anderen Orten mit meiner Arbeitskraft zur Verfügung. #WinkmitdemZaunpfahl

Es ist immer Luft nach oben und ja, ich habe Kapazitäten frei, wie man so schön sagt. Mehr Aufträge wären schön und vielleicht arbeiten wir bald zusammen! Würde mich sehr freuen.

Danke für die schönen Seiten

Doch großer Dank geht an all die Menschen, die mich bisher so tatkräftig unterstützen und mir immer wieder Mut machen, wie z.B. mein lieber Simon und Gleichgesinnte beim Gründen wie Steffi von Ess:Do (ganz tolle Ernährungsberatung) und Kirsten, die das neue Logo für snoopsmaus designt hat (mehr dazu demnächst auf snoopsmaus.de). Danke, ihr seid mein Rückhalt!

Danken möchte ich natürlich auch meinen Auftraggebern, die ihr Vertrauen in mich setzen, mich in Projekte reinholen, mir Folgeaufträge geben und einfach meine Arbeit wertschätzen. DANKE! Nur ihr macht das alles möglich und fegt meine Zweifel und Bedenken zur Seite, die doch ab und zu wiederkehren.